Mittwoch, 30. April 2008

Gedankenrekonstruktion

Vergangenheit, dass ist so ein Wort. Eines ohne jedwede Bedeutung, da unsere Vergangenheit immer unsere Zukunft ist, wenn wir uns, wie schon einige schlaue Köpfe gedacht haben, nicht an sie erinnern.
Das Lustige, das was mich nun ein wenig stutzig macht, ist die Frage, ob ich mich über mein schlechtes Gedächtnis freuen darf, oder vielleicht doch nicht.
Wenn Leute, Freunde um genauer zu sein, in der Schule über ihre Vergangenheit reden, lachen, sich erinnern an Szenen und Ereignisse ihrer Jugend, sitze oder stehe ich einfach nur daneben. Zum Einen ist es nicht meine Vergangenheit, zum Anderen wüsste ich aber auch nicht, was ich erzählen sollte. Aus meiner Jugend. Andererseits ist es aber auch so, dass ich nicht viel Positives zu erzählen hätte. So denke ich zumindest, von dem, an das ich mich noch erinnere. Nicht, weil mir schlechtes widerfahren ist, sondern aus dem Grund, dass ich meinen damaligen Lebensstil heute nicht mehr unterstützen kann und weil ich weiß, was es zerstört oder zumindest lediert hat. Zumindest mein Erinnerungsvermögen.
Aber hey, es ist nicht alles schlecht, wenn man sich an nicht viel erinnert. Zum Beispiel sind Verluste leichter zu verarbeiten. Großes Problem für Andere, für mich weniger. Ein weiteres positives Faktum in diesem Bezug stellt die Assoziationsfähigkeit dar. Da gewisse Passagen einfach verblassen, werden sich Begebenheiten auf eine andere Weise gemerkt. So ist vielleicht nicht mehr klar, wann oder wo das Ereignis stattfand, aber aus welchem Grund, mit welchem (von mir hineininterpretierten) Hintergedanken meinerseits oder seiner-/ihrerseits. Das Resultat, welches aus diesem Gespräch/Ereignis folgte.
All das kann negativ sein, wenn es um Fakten geht, aber will man Menschen ergründen, kennen lernen, so wird es einem durch diese Art der Erinnerung leichter gemacht.
Worte und Namen sind für mich Schall und Rauch. Vielleicht liegt es auch daran. Wenn ich einen Menschen sehe, denke ich nicht an den Fakt, sondern an das Gefühl, das er/sie mir gibt. Was ich für ihn/sie fühle.
In unserer Welt, und da komme ich zum Punkt, ist meine Art, mein Verständnis in meiner Form nicht Lebensfähig. Ich bin auf der einen Seite auf der Suche nach einer Welt, die zu mir passt, doch versuche ich mich auch anzupassen. Vielleicht funktioniert Beides, dass wäre ein Erfolg.

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