Dienstag, 4. Dezember 2007

Offener Brief

Hallo du.
Ich schreibe gerade und frage mich warum ich dir nicht direkt schreibe. Vielleicht ist es, weil ich es nicht kann. Vielleicht ist es, weil ich es nicht will. Ich weiß, dass es nicht so ist das es mein Stolz verbietet.
Weißt du, ich hatte dich sehr lange Zeit sehr gern und in letzter Zeit sehr ungern. Ich habe in letzter Zeit sehr viel Schlechtes über dich gedacht, aus Gründen, die du kennst. Und doch bist auch du nur ein Mensch. Wie wir alle. Nur konnte ich mit deinen Fehlern und mit den meinen in der Beziehung nicht mehr Leben. Vielleicht wäre sie noch zu retten gewesen, doch es wäre wiedermal ein Spiel auf Zeit. Eine weitere Verlängerung mit einem sicheren Ausgang für mich, dem Abschied.
Ich war nicht ehrlich zu dir. Nicht wirklich. Ich habe mich unterlegen gefühlt. Ich habe mich nach Freiheit gesehnt. Ich hatte keine Lust mehr auf eine Beziehung, die zu viel auf Routine und zu wenig auf Spontanität setzte. All das weißt du und all das lag auch an mir. Naja, natürlich schau ich manchmal auf deine Page oder im SchuelerVZ auf dein Profil und wenn ich ehrlich sein soll kratzt es mich nicht, dass du nun wieder verliebt zu sein scheinst. Ich habe dir immer das Beste gegönnt und nun hoffe ich, dass das das Beste für dich ist. Ich verspüre keine Eifersucht, doch hoffe ich, dass du gelernt hast. Genau wie ich.
Wir hatten uns sehr lange Zeit sehr lieb. Ich schätze das noch immer. Ich werde dich nicht komplett vergessen, nie, denn seine erste große Liebe vergisst man nicht. Die erste muss nicht die beste gewesen sein, aber sie ist immer die erste. Und nun ist das Kapitel vollends geschloßen.
Ein neues wird kommen, kommt sicherlich. Bei dir scheint es ja schon geöffnet zu sein, doch mach nicht die gleichen Fehler! Lerne, wie ich es auch versuche zu tun und verschließe dich nicht, sondern öffne dich der Welt. Lass dir Dinge sagen, lass Dinge geschehen, lass es einfach fließen. Versuche nicht verkrampft zu sein, sondern natürlich. Denn in Momenten der Entspannung liegt die Liebe. Die Liebe zum Menschen, zur Welt. Habe keine Angst vor ihr. Naja, du wirst denken: Was für ein Stuss, aber das ist sowas wie ein Abschiedsbrief für mich. Und ich schreibe dies mit all den Gedanken, die ich an die Vergangenheit habe. Ich schreibe es nicht aus Wut oder Liebe, nicht aus Arroganz oder Mitleid. Es ist ein Testament und es besiegelt für mich den Tod einer Ära.
Versuche im Leben Neues. Verschränke dich nicht vor Neuem. Suche nicht, sondern erlebe. Alles nur Empfehlungen aber versuche mal alles was du sagen willst in einen Text zu fassen. Und doch ist es mir Gelungen.
Nun am Ende der Reise, am Anfang der Reise. Wie auch immer. Ich kann nicht mehr zurück und das will ich auch nicht, so schön es oft wahr. Es war ab einem (un-)bestimmten Punkt zu weit von mir entfernt. Ich wusste das irgendwie. Und genau da habe ich uns angelogen. Ich habe es gespürt und bin den Weg weiter gegangen. Deswegen ging es nicht mehr. Ich weiß den Zeitpunkt nicht, ich weiß nicht wer oder was, warum und wieso. Wahrscheinlich habe ich genau deswegen geschwiegen. Aus Ermangelung an Beweisen, dabei sollte ein Gefühl das letzte sein, was man sich beweisen muss. In diesem Moment habe ich mich versündigt und das tut mir leid. Wir werden nicht von einander hören und das ist gut so. Wir werden uns nicht wieder zusammenleben, auch das ist gut, weil es die Wahrheit ist. Aber ich bin nicht mehr sauer. Ich hoffe du denkst darüber nach und liest es nicht einfach und löscht es dann, denn mir geht es nahe und es ist mir wichtig. Außerdem glaube ich, dass es dir weiterhilft im Chaos, das wir Leben nennen.
Ich bin ich. Einfach ich. Und du bist du. Ein wir gibt es nicht.

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