Donnerstag, 6. Dezember 2007

Ach du Scheiße...

  1. Was schau ich mir Nachts an, wenn ich nich pennen kann?
  2. Warum fällt mir auf, dass diesem Ding mal das rechte und dann wieder das linke Ohr abgebissen wurde?
  3. Kommt das Ding auch nach Deutschland? -Bitte nicht...

Optische Täuschungen



Schon geil, das Lied is übrigens von "Whitest Boy Alive" und heißt "Golden Cage"


Song lyrics | Golden Cage lyrics

Kunstgriff aus den Abgründen des Menschen

von Jonathan Gilbert


Identifikation ist das Zauberwort. Und in "Uhrwerk Orange" wird uns visuellen Gefangenen der Leinwand keine Wahl gelassen. Es gibt einen Begriff, der nennt sich Spaßgesellschaft und meint ein Volk von Menschen, das nicht bereit ist sich mit Problemen auseinanderzusetzen. Für all Jene ist "Uhrwerk Orange" keine gute Wahl. Es ist keine Vorstellung, die nach drei Akten des Zelluloidabspulens zu Ende geht. Der vierte Akt wird dem Besucher zugesprochen, wie sich gezeigt hat Gesprächsstoff für Jahrzehnte und Generationen.

Während das Buch von Anthony Burgess schon 1962 erschien, dauerte es weitere neun Jahre bis Stanley Kubrick sich diesem Stoff gewachsen fühlte. Kubrick der unter Anderem mit Meisterwerken wie „2001: Odyssee im Weltraum“, „Shining“, „Full Metal Jacket“ oder „Eyes Wide Shut“ brillierte ist als Perfektionist berühmt und berüchtigt. Uhrwerk Orange gilt als einer seiner kontroversesten Filme, doch ihn nach seiner Meinung zu fragen ist schwierig, da er am 7. März 1999 starb.

Aber sein Werk lebt weiter. Zeitlos streckt sich die Problemstellung dahin und erschreckend scheint die Weise, mit der er uns zu Komplizen des Protagonisten Alex macht. Er ist ein normaler Junge, dieser Alex. Ein Junge im besten Alter, mit einer Mutter, einem Vater und Freunden. Er lebt in einer Welt, die unserer heutigen nicht unähnlich ist, obwohl es die nahe Zukunft darstellt. Die Kleidung trifft gelinde gesagt ihre eigenen Aussagen und doch wird dem Zuschauer schnell bewusst, warum dieser Film so gruselig ist. Denn er zeigt einen Teil unserer Welt, den wir als Bildungsbürgertum, als Zielgruppe, nicht sehen wollen. Er zeigt die enthemmte heutige Subkultur, in der Liebe zum Fremdwort wird und Gewalt und nichts als Gewalt die Kommunikation ausmacht. In diesem Setting finden wir also unseren "Helden" wieder und wir merken schnell, dass auch er, wenn es sich um Gewalt dreht, keine Abstriche macht. Er zieht mit seinen "Droogs" durch die Straßen auf der Suche nach ein bisschen "Ultrabrutalem".

Warum wir uns dadurch unwohl fühlen? Weil er uns seine einzig wahren Freunde nennt, weil wir die Welt aus seinen Augen sehen und weil er anders, menschlicher und zugleich unmenschlicher ist als alle seine Compagnons zusammen. Er hat kein Interesse an Geld, wie seine Gang. Alex ist intelligent, hört am liebsten "Ludwig van" (Beethoven) und tut nur, was er mag. Und er mag es zu vergewaltigen, zu prügeln. Für ihn ist es das Richtige. Werte sind verkehrt. Der Begriff der Perversität hat ihren Heiland gefunden. Cineastisch werden diese Szenen immer wieder von Klassischer Musik untermalt. So scheinen sich Akteure in Chereographie zu prügeln, man sieht die Welt aus Alex' Augen. Es nimmt den Schrecken der Handlung und das lässt Erschrecken.

Aufgrund dieser sehr schwierigen Erzählweise wurde der Film in den USA als X-Rated eingestuft, die katholische Kirche dort verbot ihn sogar ganz. In Großbritannien wurde er auf Druck der Regierung wieder aus den Kinos genommen. Es erfordert ein gewisses Maß an Intelligenz sich abzugrenzen. Man sollte seine eigenen Werte haben und nicht die des Film übernehmen.

Schließlich offenbart sich dem Publikum ein Ausweg, der nicht dazu führt das Kino/Wohnzimmer zu verlassen. Alex wird im Gefägnis, in dem er aufgrund eines Mordes mit einer Phallus-Skulptur sitzt, in ein Projekt berufen, welches "Heilung" verspricht. Nebensächlich ist es natürlich, dass seine 14 Jahre Haft durch die Therapie auf 14 Tage dezimiert werden. Heilung heißt in diesem Fall keine Wahl zu haben. Das Gute zu tun, weil schlechte Taten ihm unmöglich werden. Genau in einem solchen Moment versteht man es wieder. Warum der Film zum "Kult" wurde. Warum er immer noch, nach über 30 Jahren als zeitgemäß angesehen wird. Es gibt Fragen, die vergehen nicht und auf diese versucht auch Uhrwerk Orange keine Antworten zu geben. Andere Fragen werden beantwortet. So zeigt sich schnell, dass "Heilung" für Alex heißt zu leiden. "Erkenntnis" gewinnt er dabei nicht. Nach besagten 14 Tagen, zurück auf der Straße holt ihn schließlich seine Vergangenheit ein. Unfähig sich zu wehren ist er nun seiner damaligen Welt ausgeliefert. Die "Freiheit" weiter entfernt als im Gefängnis.

Hab ich jetzt einfach mal raufgestellt, weil ich doch ziemlich stolz darauf bin. Hätte noch viel weiteres reinbringen können, z. B. den aktuellen Bezug, dass die Toten Hosen "Hier kommt Alex" vom Film inspiriert haben lassen. Jetzt macht die Textzeile "[...]ein bisschen Horrorshow [...]" auch Sinn. Naja, Zeit ist Geld ^^

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