Sonntag, 25. November 2007

In vino veritas

Ein Abend voller Verwirrungen, voller Rätsel, die sich mir nicht ergründen lassen. Es wollte eine Geburtstagsfeier werden und es wurde ein Teil, ein Stück in dem Puzzle namens Leben. Nicht, dass ich unglücklich darüber wäre, auch wenn der Abend strange war. Er war anders. Wiedermal anders. Und ich weiß noch nicht wie damit umzugehen ist.
Angefangen hatte es alles mit einer wundervollen Fahrt hin zur eigentlichen Party. Diese Reise wäre schon genug Ereignis gewesen, doch war sie es aufgrund gegebener Umstande nicht und man ergab sich in sein Schicksal. Ergab sich und lies sich zum Abschuss freigeben. Somit auch kein relevantes Problem. Ein bisschen Spaß, ein bisschen Party, ein bisschen Alkohol und ein bisschen Menschlichkeit zwischen sonst so fremden Personen, wie wir es nun mal in unserer Klasse sind. So lief auch der Anfang ganz nach meinem Geschmack. Regionen meines Gehirns wurden reaktiviert und ich war in meinem Element. Sollte ich es nennen, wäre es wohl Uran, denn mit anhaltender Zeit wurde dieses immer weniger, bis lächerlich wenig übrig blieb und sozusagen weggeweht wurde. Kein Problem soweit.
Doch nun trat der Bestandteil des Lebens auf den Plan, welchen ich nie verstehen werde. Traurig aber wahr, Wasserstoff. Überall vorhanden, immer wichtig, obwohl sich immer im Hintergrund haltend. Einfachste Chemie, einfachst und doch so effektiv. Da kann ein zerfallendes etwas nicht mithalten, will es nicht, da es weiß, was es leisten kann. Unter gegebenen Umständen kann es Energie erzeugen, Berge versetzten oder zerstören, doch die Umstände machen das Leben aus und so ist Wasserstoff doch einfach umgänglicher.
Es regt sich in mir der Zorn, ob über diese verblüffende Einfachheit, mit der man so viel effektiver sein kann oder einfach der Tatsache, dass die Situation nicht meinen Wünschen entspricht und nie entsprechen wird. Es regt sich die Eifersucht. Der Eifer ist gebrochen, da ich erkenne, wie mächtig doch so ein einfaches Element sein kann und ich füge mich knirschend meinem Schicksal. Und doch will ich dieser Situation nicht ihr Positives entnehmen. Nun ist es, wie es ist. Uran bleibt Uran, Wasserstoff Wasserstoff und irgendwann findet mich ein System, welches bemerkt, dass auch Atomenergie bei richtiger Anwendung mehr als nützlich sein kann. Weiterhin macht mir auch dieses vieles einfacher und gespalten habe ich mich trotzdem. Winzige Strahlen haben mich durchzuckt, mir das Gefühl gegeben am Leben zu sein und diese Erkenntnis ist unersetzbar.
Ein komischer Abend, mal wieder. Ein Abend voller Gegensätze, voller Leben. Das Leben läuft nicht, es rennt.

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